Letzte Auswärtstour, offenes Visier, aber leider kein Happyend: Die Handball-Männer der HSG Eider Harde sind vom SC Magdeburg II mit einer 38:41 (15:18)-Niederlage heimgekehrt. Gegen den besten Angriff der 3. Liga Nord-Ost fehlte dem Team von Trainer Matthias Hinrichsen über weite Strecken die nötige Bissigkeit in der Abwehr.
„Wir sind zu selten ins Stoppfoul gekommen“, resümierte Hinrichsen kurz und knapp. Dazu kamen zu viele vergebene freie Würfe und ein starker Magdeburger Keeper Willi Lücke. Das Torhüterduell ging diesmal ausnahmsweise klar an das gegnerische Team.
Im Angriff ließen die Eider-Handballer dagegen immer wieder ihre Qualitäten aufblitzen. „Individuell haben wir zu fast jedem Zeitpunkt der Partie gute Lösungen gefunden“, lobte Hinrichsen. Vor allem Mittelmann Finn-Luca Bies, seit Wochen in Topform, stach hervor. Seine intuitive Art Handball zu spielen, blieb auch den gut 650 Heimfans nicht verborgen – übrigens eine richtig ordentliche Kulisse für ein Heimspiel einer 2. Mannschaft.
Der größte Profiteur von Bies‘ Übersicht war Eider-Kreisläufer Thore Heinemann mit neun Treffern, er schraubt damit sein Konto auf 147 Tore.
In der Crunchtime wurde es dann dank einer guten Phase von Eider-Keeper Jorge Schmidt noch einmal eng – die HSG verkürzte auf 36:37 – doch der SCM-Angriff ließ sich nicht mehr ins Bockshorn jagen und brachte den Vorsprung über die Ziellinie. „Hier kannst du locker auch höher verlieren. Meine Mannschaft hat weitergekämpft, auch als wir mit fünf Toren hinten lagen. Es war wirklich nicht einfach, die Motivation in einem Spiel hochzufahren, in dem es im Prinzip um nichts mehr ging – aber wir haben es geschafft“, ordnet Hinrichsen die Niederlage richtig ein. Hinzu kam, dass der Coach viel rotierte, um allen Akteuren genügend Spielzeit zu geben.
Sportlich steht so schon vor dem letzten Spieltag fest, dass die HSG die Saison auf Platz acht beenden wird, da der direkte Vergleich mit dem Tabellenneunten Stralsunder HV gewonnen wurde. An der Auswärtsbilanz in der Saison 25/26 lässt sich auch nicht mehr rütteln: 14:16 Punkte.
Besonders war dieser Trip nach Magdeburg vor allem aber aus einem Grund. Für fünf Spieler bedeutete er, ein letztes Mal auswärts im Trikot der 1. Männer der HSG aufzulaufen. „Man hat schon beim Warmmachen gemerkt, dass es diesmal eine andere, eine emotionalere Stimmung ist“, berichtete Hinrichsen. Ein jahrelanger gemeinsamer, sportlich überaus erfolgreicher Weg endet für das Quintett am nächsten Sonnabend nach dem letzten Heimspiel. Das Derby in Hohn gegen die HSG Ostsee verdient noch einmal eine proppevolle Halle.
Schmidt, Haack; Heinemann (9), T. Heckel (5), Kock (5), Schneider (1), Hartwich (2), Abelmann-Brockmann (4/4), Glumm, Frahm (1), Bies (6), Hamann (1), Rohwer, Dau, Mumm (4), Oettershagen