Schmidt hält, Bies lenkt, Eider jubelt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Björn Carstens

Schmidt hält, Bies lenkt, Eider jubelt

Zweiter Heimsieg in Folge: Den Handball-Männern der HSG Eider Harde gelingt die nächste kleine Überraschung. Nach dem Erfolg über den SC Magdeburg II vor zwei Wochen konnten sie nun auch den favorisierten Stralsunder HV, vor der Partie immerhin Tabellensechster in der 3. Liga Nord-Ost, vor heimischem Publikum mit 31:28 (16:17) schlagen. Und womit? Mit Recht! „Ein total verdienter Sieg“, freute sich Eider-Trainer Matthias Hinrichsen nach der Begegnung. „Wir haben keinen Gedanken mehr an das katastrophale Spiel in der letzten Woche in Hamburg verschwendet. Das war ein richtig cooler Sieg.“

Während die Eider-Handballer jubelten, herrschte auf der anderen Seite Ernüchterung. Bitte nicht schon wieder die HSG Eider Harde.

Auf Instagram sprach der SHV von einem „Angstgegner“, der die HSG für die Mannschaft vom Strelasund bleibt. Denn für die weit gereisten Gäste wurde es nichts mit der fest vorgenommenen Revanche. Fakt ist: Seit sechs Spielen hat die Hinrichsen-Truppe saisonübergreifend nicht mehr gegen die Stralsunder verloren. Bilanz: fünf Siege, ein Unentschieden.

Am Sonnabend gründete sich der Sieg auf eine geschlossene Teamleistung, gespickt mit ein paar Highlights. Davon ereignete sich das erste schon vor dem Anpfiff, als sich Spielmacher Finn-Luca Bies warmmachte. Entgegen der Planung hatte der HSG-Motor doch die Freigabe vom Arzt erhalten.

So hielt Bies wieder wie gewohnt die Fäden im Angriff zusammen. Hinten entpuppte sich einmal mehr HSG-Keeper Jorge Schmidt als X-Faktor. Was er den Gästen abkaufte, war schier unglaublich: 15 Paraden standen am Ende in seiner Statistik, dazu etliche Bälle, die die Stralsunder vor lauter Schmidt neben oder übers Gehäuse warfen.

Draußen fegte ein Herbststurm übers Land, drinnen zog die HSG-Abwehr sprichwörtlich den dicksten Pulli an: Gegenwind? Bitte sehr. Max Dau, der bei der Niederlage in Hamburg so schmerzhaft vermisst wurde und dessen Impact auf die Mannschaft unübersehbar ist, stand im Mittelblock wieder seinen Mann, zusammen mit Kompagnon Jannis Schneider. Ein Abwehrduo, das sich viele Gegner in ihrem Team wünschen würden. Trotzdem erhielt diesmal ein anderer ein Extralob seines Trainers.

„Ich habe mich über die Leistung von Thure Bielfeldt besonders gefreut. Dass er ein individuell starker Abwehrspieler ist, ist bekannt. Gegen Stralsund hat er sich zudem perfekt ins System eingefügt und mit den Nebenleuten toll kooperiert. Ganz stark und eine super Bereicherung fürs Team“, hob Hinrichsen hervor. Nochmal fürs Protokoll: Der hoch aufgeschossene Junge ist erst 17 Jahre alt.

Einmal wurde es doch brenzlig für die HSG. Und zwar als der Gegner fünf Tore in Folge erzielte und, entgegen dem Spielverlauf, urplötzlich mit einer 17:16-Führung in die Pause ging. Hinrichsen blieb entspannt: „Ich fand das sogar ganz charmant, so hatten wir weiterhin die Chance, dass sie uns unterschätzen.“

Die zweite Halbzeit gehörte dann wieder der HSG. Als Malte Ohm-Abelmann, übrigens mit sechs verwandelten Siebenmetern bei sieben Versuchen erneut ein sicherer Schütze von der Linie, in der 52. Minute auf 27:22 stellte, war die Vorentscheidung gefallen.

Bleibt noch festzuhalten: Das 7 gegen 6 in seinen unterschiedlichen Variationen klappt immer besser – und Eike Möller erzielte sein Comeback-Tor. Alles in allem ein rundum gelungener Abend für die Eider-Handballer.

Schmidt, Haack; T. Heckel (4), Schneider, Ohm-Abelmann (9/6), M. Dau (6), Frahm (2), Bies (5), Hamann (1), Rohwer (1), Bielfeldt (1), Jonas, Schatz, Möller (1), Kock (1)