Punkt Nummer 7 und 8 in Sack und Tüten. Beim Tabellenschlusslicht der 3. Liga Nord-Ost, dem Oranienburger HC, behielten die Handball-Männer der HSG Eider Harde ihre Nerven beisammen und gewannen überraschend deutlich mit 40:34 (19:19). Ein enorm wichtiger Sieg für die Mannschaft von Trainer Matthias Hinrichsen. Nicht nur aufgrund der Punkte gegen den Abstieg, sondern auch fürs Selbstverständnis.
Hinrichsen: „Wenn wir uns auf unsere Leistung konzentrieren – auf das, was wir im Training einstudieren – dann geht gegen fast jeden Gegner in dieser Liga etwas. Ich hätte nach dem Umbruch im Sommer nicht damit gerechnet, dass wir uns so schnell so positiv entwickeln. Wir gewinnen unsere Spiele nicht glücklich, sondern verdient.“
Eider-Kapitän Georg Rohwer stößt ins selbe Horn: „Wir haben uns diesen Sieg im Training erarbeitet. Ich habe schon im Sommer gesagt, dass wir unsere Punkte gegen den Abstieg holen werden, sofern wir unser Leistungsvermögen ausschöpfen.“
Nur in der Anfangsphase stotterte der Eider-Motor. Im gebundenen Spiel fiel den Gästen kaum etwas ein. Oranienburg lag bereits mit vier Toren vorne (9:5), was auch an OHC-Keeper Paul Porath lag, der den Eider-Angreifern einige Bälle wegnahm. Erst als Hinrichsen umstellte – in der Deckung auf eine offensive 5:1-Variante und vorne auf ein 7 gegen 6 – lief es bei der HSG deutlich runder.
Fast permanent nahm Hinrichsen im Angriff den Torwart raus, womit die Brandenburger so gar nicht zurechtkamen. Eins ums andere Mal kam die HSG frei durch die Mitte zum Torwurf. Herausragend war dabei die Leistung von Youngster Paul Jonas, der nicht nur fünf Tore erzielte, sondern auch etliche Siebenmeter und Zeitstrafen zog. Rechtsaußen Hauke Frahm erwies sich zudem als sicherer Vollstrecker (8 Tore).
Hinzu kam eine enorm geringe Fehlerquote. Hinrichsen: „Nur fünf technische Fehler in 60 Minuten sind ein richtig guter Wert für Drittliga-Handball.“ Darüber hinaus: Eider-Keeper Jorge Schmidt hielt in der entscheidenden Phase in Hälfte zwei die „richtigen“ Bälle.
Bei aller Euphorie ob der erstmals in dieser Saison geworfenen 40 Tore gab Hinrichsen aber auch den Mahner und Warner: „Mir hat das Sechs gegen Sechs am Anfang überhaupt nicht gefallen. Wir können uns nicht immer auf unser Überzahlspiel verlassen. Wir brauchen wieder mehr Selbstverständlichkeit in der Gleichzahl.“ Frei nach dem Motto: Zufriedenheit ist der größte Gegner der Weiterentwicklung.
Mit diesem Schwung geht die HSG ins Derby am nächsten Freitag gegen die HG Barmbek in Hohn.
Schmidt, Haack; T. Heckel (1), Schneider (5), Ohm-Abelmann (8/6), M. Dau (1), Frahm (8), Bies (6), Rohwer (2), Bielfeldt (1), Jonas (5), Schatz (1), Möller, Kock, Wichmann (2), P. Dau