Schade eigentlich, dass die Saison in der 3. Liga bald vorbei ist. Zumindest aus Sicht der Handballer der HSG Eider Harde. Denn die Männer von Trainer Matthias Hinrichsen scheinen auf der Zielgeraden die dritte Luft zu bekommen. Nach dem Überraschungserfolg in Rostock vor einer Woche demontierten sie am Sonnabend in eigener Halle Tabellennachbar Stralsunder HV mit 37:32 – beileibe keine Laufkundschaft in dieser Spielklasse, aber an diesem Wochenende chancenlos gegen eine vor Spielfreude strotzende Heimmannschaft, die zwischenzeitlich schon mit zehn Toren (27:17) vorne lag.
„Ich habe mich total gefreut, dass wir uns trotz Trainingsrückstand gegen einen emotionalen Gegner so unglaublich geil hochgefahren haben“, lobte Hinrichsen.
Nur in der Anfangsphase hielten die Gäste mit, danach zog die HSG auf und davon. Gnadenlos. „Wir haben im Angriff richtig gute Lösungen gefunden, das war ein unfassbar hohes Niveau“, so Hinrichsen, der aber auch zugab: „Wir haben von vielen Pfosten- und Lattenwürfen der Stralsunder profitiert. Dieses Glück und natürlich unsere hohe Effektivität haben sie dann irgendwann gebrochen.“
Wie schon in Rostock spielte Tjorben Heckel auf Halblinks dank viel Einsatzzeit groß auf. Was ebenfalls auffiel: Es gibt Alternativen am Kreis für Thore Heinemann (wechselt im Sommer zum VfL Lübeck-Schwartau), der mit 138 Toren die interne Torschützenliste anführt. Jannis Schneider und Max Dau wissen auf dieser Position durchaus zu glänzen. Beide haben Potenzial für mehr.
Und auch Malte Abelmann-Brockmann fügt sich immer mehr ins Eider-Spiel ein. Seine Dynamik macht ihn zu einem wichtigen Faktor im Rückraum.
Hinten raus ließ die HSG zwar etwas nach, die Gäste nutzten die Nachlässigkeiten für Ergebniskosmetik – doch der starke Auftritt über 50 Minuten bleibt. Platz acht? Mit 27:27 Punkten fest im Griff!
Schmidt, Haack; T. Heckel (6), Kock (2), Schneider (2), Heinemann (2), Hartwich (3), Abelmann-Brockmann (8/4), Glumm (1), Frahm, Bies (4), Hamann, Rohwer, Dau (3), Mumm (5), Oettershagen (1)