Klassenerhalt perfekt, Sieg obendrauf: HSG landet Auswärtscoup in Rostock | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Björn Carstens

Klassenerhalt perfekt, Sieg obendrauf: HSG landet Auswärtscoup in Rostock

Angst und Schrecken verbreiten die Handball-Männer der HSG Eider Harde in dieser Saison in der 3. Liga. Zugegeben: nicht an jedem Spieltag. Doch vor allem die Teams aus dem oberen Tabellendrittel bekunden regelmäßig ihren Respekt vor der Wundertüte von der Eider. Am Sonntag untermauerten die Schleswig-Holsteiner einmal mehr ihren Status als Favoritenschreck mit einem souveränen 37:31 (18:16)-Auswärtssieg beim HC Empor Rostock. Vor knapp 800 Zuschauern in der altehrwürdigen Fiete-Reder-Sporthalle fügten sie den Rostockern die dritte Heimpleite in dieser Saison zu. Das hatten zuvor nur die Spitzenteams von den Füchsen Berlin II und dem EHV Aue geschafft.

„Gegen große Namen tun wir uns in dieser Saison offenbar leichter, zumindest hat es den Anschein“,

räumt Eider-Kapitän Georg Rohwer ein. Die Hildesheimer, die Füchse und im Hinspiel auch die Rostocker bekamen die neue Gier der HSG bereits zu spüren. Auch die Leistungen in Aue und Braunschweig hätten eigentlich Punkte verdient gehabt.

In Rostock erhielten die Männer von Trainer Matthias „Matze“ Hinrichsen die erste gute Nachricht schon vor dem Anpfiff: Nach der Niederlage des Oranienburger HC zuhause gegen den SCM II hat die HSG den Klassenerhalt auch rechnerisch in der Tasche. Sorgen machte sich die Truppe ohnehin schon seit Wochen nicht mehr. Nun, nach dem Coup in Rostock, will Eider versuchen, Platz acht (25:27 Punkte) bis zum letzten Spieltag zu halten.

Zum Spiel: Allein schon das Umziehen ist ein Erlebnis in der Fiete-Reder-Halle, in der vor gut 100 Jahren Flugzeuge gefertigt wurden und die sich nach dem Kriegsende in eine Sporthalle verwandelte. Die Atmosphäre beim HCE gehört zu den besten der Liga. Den Eider-Handballern scheint der Druck von den Rängen in dieser Spielzeit wenig auszumachen. Mit dem Anpfiff übernahmen die Gäste das Zepter.

Top an diesem Spieltag: die hochstehende, gute verlagernde Abwehr plus Keeper Jorge Schmidt (18 Paraden) sowie Finn-Luca Bies auf der Mitte mit sieben Treffern und viel Übersicht. Beide knüpften nahtlos an ihren hohen Standard der vergangenen Wochen an. Diesmal spielten sich aber auch zwei Akteure in den Vordergrund, die nicht immer in dieser Saison in der ersten Reihe standen.

Da wäre zum einen Tjorben Heckel zu nennen mit acht Toren von Halblinks und Linksaußen Jarno Mumm mit wichtigen Toren aus der Ecke und vom Siebenmeterstrich. „Für beide hat es mich ganz besonders gefreut, dass sie so ein gutes Spiel gemacht haben. Das sorgt für Selbstvertrauen“, lobte Hinrichsen.

Insgesamt präsentierte sich die HSG am Sonntag als Einheit – als „Kollektiv ohne Stars“, wie es der Kommentator im Live-Stream formulierte. Auch als die Hausherren, die auf vier Stammkräfte verzichten mussten, auf 20:20 stellten, brach keine Panik aus. Bis auf wenige Phasen, in denen die HSG einige unglückliche Würfe nahm, trat sie enorm souverän auf. Hinrichsen: „Wir konnten diesmal den gut aufgelegten Spielern Pausen geben, so haben wir in der ruckeligen Phase dagegenhalten können und später den Vorsprung ins Ziel gebracht.“

Schmidt (1), Haack; T. Heckel (8), Kock (2), Schneider (3), Heinemann (3), Hartwich (1), Abelmann-Brockmann (3/2), Glumm, Frahm (4), Bies (7), Hamann, Rohwer, Dau, Mumm 5/2